Häufige Fehler beim Einsatz von KI in der kommerziellen Bildsprache und wie man sie vermeidet
Das Problem ist nicht die KI, sondern ihre Anwendung
Künstliche Intelligenz hat die Bilderzeugung demokratisiert, gleichzeitig aber auch die Anzahl der Fehler in kommerziellen Kontexten erhöht. Viele KI-generierte Bilder wirken auf den ersten Blick eindrucksvoll, erfüllen jedoch nicht die grundlegenden Anforderungen professioneller Bildkommunikation.
Das Problem liegt nicht im Werkzeug selbst, sondern im fehlenden visuellen Urteilsvermögen, mangelnder technischer Kontrolle und einem unzureichenden Verständnis des kommerziellen Einsatzkontexts.
Fehler 1: KI als finale Lösung betrachten
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, ein von KI generiertes Bild als fertiges Endergebnis zu betrachten.
Das führt häufig zu:
- Visuell inkonsistenten Bildern
- Detailfehlern
- Unzureichender Farbkontrolle
- Auflösungsproblemen
- Nicht druckfähigen Ergebnissen
KI erzeugt visuelle Rohdaten, keine fertigen Werbebilder.
Wie man es vermeidet:
KI in einen Prozess integrieren, der kritische Auswahl und professionelle Postproduktion umfasst.
Fehler 2: Fehlende Konsistenz zwischen Bildern
Ein einzelnes Bild zu erzeugen ist einfach. Konsistenz über mehrere Bilder hinweg zu gewährleisten, ist deutlich anspruchsvoller.
Typische Probleme sind:
- Stilwechsel zwischen einzelnen Motiven
- Inkonsistente Lichtstimmungen
- Unterschiede in Maßstab oder Perspektive
- Materialinkonsistenzen
Diese Faktoren wirken sich direkt auf die Markenwahrnehmung aus.
Wie man es vermeidet:
Mit klarer Art Direction arbeiten und globale Anpassungen in der Postproduktion vornehmen.
Fehler 3: Unglaubwürdige Materialien und Oberflächen
KI neigt dazu, Materialien zu „erfinden“, die visuell ansprechend wirken, aber real nicht existieren oder technisch nicht umsetzbar sind.
Häufige Probleme:
- Unrealistische Oberflächen
- Übermäßig perfekte Metalle
- Texturen ohne physikalisches Verhalten
- Fehlende Mikrodetails
Diese Fehler untergraben Realismus und Vertrauen.
Wie man es vermeidet:
Mit realen Referenzen arbeiten und Materialien durch Postproduktion oder die Integration von 3D-Rendering korrigieren.
Fehler 4: Den späteren Einsatzzweck des Bildes ignorieren
Viele KI-Bilder entstehen ohne Berücksichtigung ihres finalen Einsatzes.
Das führt zu:
- Bildern, die sich schlecht layouten lassen
- Fehlendem Platz für Texte
- Unzureichender Auflösung
- Problemen im Großformat
Kommerzielle Bilder müssen von Beginn an für ihren Einsatzzweck konzipiert werden.
Wie man es vermeidet:
Frühzeitig definieren, ob das Bild für Web, Katalog, Werbung oder Druck gedacht ist.
Fehler 5: Visuell versprechen, was das Produkt nicht leisten kann
Einer der gravierendsten Fehler ist die übermäßige Idealisierung des Produkts.
Das geschieht, wenn:
- Technische Grenzen ignoriert werden
- Oberflächen oder Funktionen übertrieben dargestellt sind
- Das Bild keine reale Grundlage hat
Das Ergebnis sind Enttäuschung und Vertrauensverlust.
Wie man es vermeidet:
Einen realistischen Ansatz verfolgen, der den tatsächlichen Möglichkeiten des Produkts entspricht.
Fehler 6: KI nicht in einen professionellen Workflow integrieren
Isoliert eingesetzt erzeugt KI einzelne Bilder. Professionelle Kommunikation erfordert jedoch ein System.
Typische Fehler:
- Vereinzelter Einsatz ohne Gesamtstrategie
- Fehlende technische Prüfung
- Kein systematischer Qualitätscheck
Wie man es vermeidet:
KI in einen Workflow integrieren, der Art Direction, Postproduktion und finale Qualitätskontrolle umfasst.
Professionelles Urteilsvermögen als entscheidender Faktor
Diese Fehler zu vermeiden hat wenig mit besseren Prompts zu tun, sondern mit dem Verständnis von Bildern als Kommunikationsmittel.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum eignen sich viele KI-Bilder nicht für Werbung?
Weil sie nicht für reale kommerzielle Nutzung konzipiert sind und keinen professionellen Kontroll- und Postproduktionsprozess durchlaufen.
Erzeugt KI immer Detailfehler?
Sehr häufig, weshalb eine professionelle Überprüfung und Korrektur notwendig ist.
Lässt sich Konsistenz ausschließlich mit KI erreichen?
Das ist sehr schwierig. Konsistenz entsteht meist durch Art Direction und Postproduktion.
Können diese Fehler nachträglich korrigiert werden?
Einige ja, andere müssen bereits in der Konzeptionsphase vermieden werden.
Kann KI der Marke schaden?
Ja, wenn sie unkontrolliert eingesetzt wird und unglaubwürdige oder inkonsistente Bilder erzeugt.
Fazit
KI ist nicht das Problem in der kommerziellen Bildsprache. Das Problem ist ihr Einsatz ohne professionelles Urteilsvermögen. Wer diese Fehler vermeidet, kann das kreative Potenzial der KI nutzen, ohne Kohärenz, Realismus oder Glaubwürdigkeit der visuellen Kommunikation zu gefährden.
