Technische Visualisierung vs. kommerzielle Bildsprache in der Industrie: zentrale Unterschiede
Zwei Bildtypen mit unterschiedlichen Zielen
Im industriellen Umfeld erfüllen nicht alle Bilder die gleiche Funktion. Zwei Ansätze werden häufig miteinander verwechselt, obwohl sie unterschiedlichen Zielen dienen: technische Visualisierung und kommerzielle Bildsprache.
Die Wahl des richtigen Bildtyps ist entscheidend, um mit jedem Publikum korrekt zu kommunizieren.
Was technische Visualisierung ist
Technische Visualisierung hat das Ziel, zu erklären, wie ein Produkt aufgebaut ist und wie es funktioniert. Sie legt den Fokus auf Klarheit, Präzision und technische Genauigkeit.
Sie wird typischerweise eingesetzt für:
- Engineering und Produktentwicklung
- Technische Dokumentation
- Interne Schulungen
- Technischen Support
- Präsentationen für Fachpublikum
In diesem Kontext steht die Ästhetik im Dienst des Verständnisses.
Merkmale der technischen Visualisierung
Präzision und technische Strenge
- Reale Proportionen
- Klar identifizierbare Komponenten
- Funktionsweise gemäß Konstruktion
Strukturelle Klarheit
- Explosionsdarstellungen
- Schnitte
- Technische Querschnitte
Neutrale visuelle Sprache
- Funktionale Beleuchtung
- Beschreibende Farben
- Verzicht auf unnötige Effekte
Ziel ist das Verstehen – nicht das Überzeugen.
Was kommerzielle Industriebilder sind
Kommerzielle Bilder sollen den Wert eines Produkts hervorheben und es für Kunden, Vertriebspartner oder nicht-technische Zielgruppen attraktiv machen.
Sie werden häufig eingesetzt in:
- Unternehmenswebsites
- Katalogen
- Messen
- Vertriebsunterlagen
- Verkaufspräsentationen
Hier soll das Bild erklären – aber auch überzeugen.
Merkmale der kommerziellen Bildsprache
Fokus auf das Produkt
- Vorteilhafte Blickwinkel
- Klare visuelle Hierarchie
Kontrollierter Realismus
- Glaubwürdige Materialien
- Sorgfältige Beleuchtung
- Kontexte, die Bedeutung vermitteln
An die Marke angepasste visuelle Sprache
- Ästhetische Kohärenz
- Visuelle Identität
- Klare Botschaft
Ziel ist es, Vertrauen und wahrgenommenen Wert zu schaffen.
Warum es ein Fehler ist, Ansätze ohne klare Kriterien zu vermischen
Ein häufiger Fehler besteht darin, ein einziges Bild für alle Zwecke nutzen zu wollen.
Das führt oft zu:
- Zu technischen Bildern für den Verkauf
- Zu ästhetischen Bildern für Erklärungen
- Verwirrung beim Betrachter
- Geringerer Kommunikationswirkung
Jeder Bildtyp sollte seiner Funktion entsprechen.
Wie man entscheidet, welcher Bildtyp benötigt wird
Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Zielgruppe
- Phase im Projekt
- Kommunikationskanal
- Technisches Vorwissen des Publikums
In vielen Projekten koexistieren beide Ansätze – jedoch in getrennten Bildmaterialien.
Gut durchdachte hybride Lösungen
Zum Beispiel:
- Kommerzielle Bilder mit gezielten Explosionsdarstellungen
- Technische Visualisierung mit hochwertiger visueller Ausarbeitung
- Erklärende Animationen mit markenkonformer Ästhetik
Der Schlüssel liegt darin zu entscheiden, was verstanden werden soll und was hervorgehoben wird.
Ein professioneller Ansatz für industrielle Bildkommunikation
Bei Mimetry wird von Beginn an definiert, ob ein Bild erklären, verkaufen oder beides leisten soll. Auf dieser Basis wird der visuelle Ansatz gewählt, der am besten zu Ziel und Publikum passt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann technische Visualisierung für den Verkauf eingesetzt werden?
In der Regel nicht optimal, außer bei sehr technisch versierten Zielgruppen.
Darf kommerzielle Bildsprache ein Produkt vereinfachen?
Ja, solange Funktion und Eigenschaften nicht verfälscht werden.
Braucht man für ein Produkt zwei unterschiedliche Bildtypen?
In vielen Fällen ja. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Eignet sich 3D-Rendering für beide Ansätze?
Ja. 3D-Rendering erlaubt die Anpassung von Detailgrad und Stil an das jeweilige Ziel.
Kann man von technischer Visualisierung zu kommerziellen Bildern übergehen?
Ja. Das ist ein typischer Prozess, wenn sich ein Produkt dem Markt nähert.
Fazit
Technische Visualisierung und kommerzielle Bildsprache erfüllen in der Industrie unterschiedliche Funktionen. Wer ihre Unterschiede versteht, kommuniziert klarer, vermeidet Missverständnisse und wählt für jede Zielgruppe und Phase den passenden visuellen Ansatz.






